3 Gründe, warum Menschen sich vor anderen für ihre Wohnung schämen

Raum gestalten - Luxus präsentieren
Tettnang - ein echtes Schloss

Wer bist du, was hast du? – Die Wohnung als Spiegel

Warst du schon mal in einem Schloss? 

Ich erinnere mich an einen Schlossbesuch, wo alle in Filzpuschen über ihren Straßenschuhen durch die gewienerten Säle mit den Samtsesseln, kunstvollen Schränken und Tischen mit Intarsien schlurften. Man musste aufpassen, nicht im nächsten Moment auf der Nase zu liegen.

Von zu Hause-Gefühl nicht die Spur. Und garantiert hatten die damaligen Bewohner sowas auch nicht. Brauchten sie auch nicht, denn solche Räume dienten der Repräsentation. Sie sollten zeigen, wie reich, mächtig, wichtig der jeweilige Herrscher war. Das „normale Leben“ fand auch bei solchen Leuten in kleineren Raumdimensionen statt.

 

Zu welcher Gruppe gehörst du? Siehst du deine Wohnung als Spiegel deiner gesellschaftlichen Position? Ja, natürlich kann man auch heute Bedeutung und Erfolg über seine Einrichtung ausdrücken, wenngleich eher nicht mehr über vergoldete Möbel.

Oder bist du ein Mensch, dem es in erster Linie darum geht, sich einen persönlichen Rückzugsort zu schaffen, der natürlich gern auch hochwertig und elegant sein darf? Wo aber der Schwerpunkt auf der individuellen Einrichtung und nicht auf Prestige liegt. 

Löse dich von Wohnkonventionen

Vielleicht hast du tief in dir vergraben ein paar alte Wohnwünsche, doch du bist so sehr in den üblichen Gestaltungsweisen gefangen, dass du gar nicht auf die Idee kommst, sie umzusetzen.

Eine Freundin hat eine 2-Zimmer Wohnung und brauchte ein Arbeitszimmer. Statt jetzt das Bett mit in das Arbeitszimmer zu quetschen, hat sie den zweiten Raum zu einem Wohn–Schlafzimmer gemacht, wo das Bett – mit einer schönen Tagesdecke abgedeckt – einen dominanten Platz einnimmt.

Hier liest sie und entspannt sich. Dafür fehlen die üblichen Möbel eines „klassischen“ Wohnzimmers. Kein Sofa mit Couchtisch, sondern nur zwei kleine Sesselchen mit Bistrotisch. Das Ganze wirkt großzügig und individuell.

Bei der Einrichtung hat die Freundin nie gefragt, welche Dinge man haben „muss“, sondern nur überlegt: Was ist mein Bedürfnis und wie kriege ich das in meinen Räumen mit meinen Mitteln umgesetzt? Nur das zählte.

 

Es ist gar nicht so selten, dass Menschen sich für ihre Wohnung schämen, weil sie aus verschiedenen Gründen den Vorstellungen, wie eine Wohnung sein sollte, nicht genügt.

Scham wegen Unordnung

Vielleicht hast du neulich meinen Artikel über die verschiedenen Wohn-Typen gelesen und fühltest dich ertappt, dass du ein mehr oder weniger starker Chaos-Typ bist. Solche Menschen haben Pech, denn sie sind gleich doppelt in der Falle.

 

Eine unaufgeräumte Wohnung gilt als ungehörig. Deine Besucher könnten die Nase rümpfen und dich für eine Schlampe halten. Das fühlt sich für die meisten Menschen nicht gut an; es nagt am Selbstwertgefühl.

Andererseits stellst du dir mit so einer Wohnung selbst ein Bein, denn kaum einer fühlt sich im Chaos wirklich wohl. Und da gibt es noch den sarkastischen Spruch: Wer Ordnung hält, ist nur zu faul zum Suchen.

 

Du verbrauchst eine Menge Zeit und Energie, um mit den täglichen Folgen der Unordnung klar zu kommen.

Du brauchst ein möglichst simples Ordnungssystem, um aus dieser Situation herauszufinden, ein System, das auch noch funktioniert, wenn du in Eile oder schlecht drauf bist.

Vielleicht gerade nur so viel Ordnung, wie du brauchst, um dich mit dir und auch vor anderen in deinen Räumen gut zu fühlen.


Scham wegen deiner Einrichtung

Die Finanzen waren vielleicht nie sehr üppig in deinem Leben und du warst durch die Familien- oder Berufssituation so eingespannt, dass das Thema ‚schön wohnen‘ weit hinten auf deiner Wunschliste stand.

So gingen die Jahre ins Land und deine Einrichtung wirkte mit der Zeit immer zusammen-gewürfelter. Es fehlt der gemeinsame Guss.

 

Da gibt es vielleicht Erbstücke oder Möbel, die noch gut sind, dir aber schon lange nicht mehr gefallen. Das Sofa hat seine besten Tage hinter sich und von einem Farbkonzept kannst du nur träumen. Du bist gar nicht mehr wirklich gern zu Hause und Freunde einladen bedeutet eher Stress für dich.

Du fürchtest, wegen deiner einfachen Einrichtung be- oder, schlimmer noch, verurteilt zu werden. Du wünschst dir ein neues Konzept für deine Wohnung, ohne gleich alles neu kaufen zu müssen.

Und das ist eigentlich kein Hexenwerk - glaube mir.

Vergleiche zerstören Selbstwertgefühl

Wer ist der schnellste Sportler, der erfolgreichste Business-Mensch? Wer hat das dickste Auto und das größte Haus? Wettbewerb dominiert unsere Gesellschaft.

Vergleiche können zwar ein Motor für Veränderung sein, doch sie fahren sozusagen mit dem falschen Sprit. Denn Vergleiche nagen am Selbstwert, wenn du Dinge mal anders siehst oder machst als andere und dir die soziale Anerkennung entzogen wird.

Erfolg haben heißt oben sein und gilt als gut und erstrebenswert. Leute, die unten auf der hierarchischen Erfolgsleiter stehen, gelten schnell als Loser, völlig egal, wie dein persönlicher Weg dich durchs Leben geführt hat.

Um deinen Seelenfrieden zu erhalten, empfehle ich dir, dich aus diesem polaren System soweit herauszuziehen, wie du kannst.

Deine Wohnung bekommt kein besseres Ranking auf der Bewertungsskala, wenn du bestimmte Dinge hast oder kaufst. Sie steht aber höher auf deiner eigenen Wohlfühl-Skala, wenn du bei der Raumgestaltung deinem Herz oder auch deinem Bauch folgst.

Und nur darum geht es.


Innere Ursachen von Scham und wie du sie loswirst

Wenn du kleine Kinder mit ihren Eltern beobachtest, kannst du oft Sätze hören wie: Das tut man nicht. Oder: Das ist bäh. Oder gar: Das darf man nicht.

Ein kleines Kind hat solchen Urteilen wenig entgegenzusetzen und je öfter es solche Sätze hört, desto stärker entwickelt sich das Korsett der mentalen Einschränkung. Schlimmstenfalls nimmt dieser Mensch später gar nicht mehr wahr, was er/sie selbst wirklich fühlt, denkt oder möchte.

Solche Leute sind die idealen Kunden für alle Trends und Moden. Denn wenn ich verlernt habe, was ich wirklich möchte und was mir gut tut, bin ich ein einfacher Spielball fremder Interessen. Ich schäme mich, wenn ich anders bin als andere von mir erwarten, denn ich habe verlernt, zu mir selbst zu stehen.

 

Doch wie kommt ein Mensch aus dieser Falle wieder raus? Der wichtigste Rat, den ich dir geben kann, ist: Höre auf deinen Bauch. Er weiß, was du wirklich ganz tief in dir wünschst. Möglicherweise ist seine Stimme am Anfang noch sehr zaghaft. Je mehr Ge- und Verbote man in deinem Kopf angehäuft hat, desto langsamer mag sich der Prozess entwickeln, sich selbst wieder zu finden. Das gilt für alle Bereiche deines Lebens und so natürlich auch  für die Einrichtung deiner Wohnung.

                                

Meine Wohnung, deine Wohnung – jeder nach seiner Fasson

Wenn du beim Wohnen deinen eigenen Weg finden willst, lass dir Zeit. Schau dir immer wieder in Geschäften, im Internet oder bei anderen an, wie Wohnfragen gelöst werden und spüre nach, was dein Bauch dazu sagt. Du wirst seine Sprache immer besser lernen.

Und dann mach dir Notizen, merke dir schöne Gegenstände oder suche nach Farbmustern. Sammele Ideen, was dir gefällt und dir gut tut. Du kannst alles auf einem Moodboard zusammenfügen, bis du genug Inspirationen hast, um mit deiner individuellen Umgestaltung konkret loszulegen.

Und dein Ergebnis kann völlig anders sein als das, was Trends dir erzählen oder wie alle deine Freunde wohnen.

 

Ja, dieser Prozess kann ein Weilchen dauern – wenn du es alleine machst.

Doch es gibt eine Abkürzung: Nimm dir Hilfe bei der Raumgestaltung,

  • eine, die dich unterstützt, aber nicht pusht,
  • dir Vorschläge macht, aber die Entscheidung bei dir lässt.

Schreib mir eine Mail, wenn ich dich unterstützen darf. Am besten startest du mit der Raum-Diagnose (1 Std.).

Hier erhältst du einen Überblick über das Entwicklungspotential deiner Wohnung.

Bist du bereit? Schreib mir jetzt.

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