Aufräumen – Ausmisten – Glücklich sein

Kennst du das wunderbare Gefühl, wenn du deinen inneren Schweinehund überwunden und alten Krimskrams geordnet hast? Dabei ist es erst einmal egal, um was für Sachen es sich handelt: Deine Werkzeuge im Keller, das bunte Sammelsurium auf dem Speicher oder „einfach nur“ deine Küchenschränke.

In meiner Familie gibt es da einen kritischen Fall. Die Mutter hat Spielzeug, Bücher und alles Mögliche ihrer 4 erwachsenen Kinder aufgehoben. Immer wieder mal wollte sie ihnen ihre alten Dinge mitgeben, doch alle haben abgewinkt. Sie könnte inzwischen wahrscheinlich einen Vintage-Laden aufmachen. „Ja, und? Das macht doch nichts ….“ könnte man jetzt sagen. Leider hat das Horten von Dingen ein paar negative Begleiterscheinungen.

 

Hast du noch die Übersicht?

Weißt du eigentlich (noch), was du alles besitzt? Welche Bücher du hast, was für Schuhe in deinem Schrank stehen, wie viele Handtücher sich in deinem Schrank angesammelt haben?

Eine frühere Nachbarin legte immer das neu gekaufte Obst auf das alte und wunderte sich, dass das alte verschimmelte. Klar, weder Bücher, Schuhe, Handtücher noch andere Gegenstände im Haus werden bei dieser Vorgehensweise verschimmeln. Doch ist es sinnvoll, Neues zu kaufen, wenn ich nicht einmal weiß, was ich schon alles habe?
Mir sind schon Menschen begegnet, in deren Kleiderschrank seit längerem schmutzige Wäsche neben zerknitterter, gewaschener und noch komplett eingepackter lag. Das ist keine gute Voraussetzung, weder für System noch für Ordnung.

Du musst dir also zuerst mal einen Überblick verschaffen, was du alles besitzt. Hast du noch kein gutes Ordnungssystem, gehst du  am besten systematisch an alle Plätze, wo sich die Sachen befinden könnten, die du gerade ordnen willst. Vielleicht wirst du staunen, was da alles zum Vorschein kommt. Vielleicht sind es sogar Dinge, die du schon länger vermisst.

 

Wie viel Platz hast du zur Verfügung?

Es klingt ganz einfach: Nach dem Sortieren werden die Dinge im den vorhandenen Schubläden und Schränken neu verteilt. Fertig! Doch du wirst mit Sicherheit feststellen, dass da etliches ist, das dir nicht mehr gefällt, du nicht mehr brauchst, dir nicht mehr passt, in keinem guten Zustand mehr ist etc. Vor dem Neu-Sortieren kommt das Aussortieren. Ohne diesen wichtigen Schritt wird sich das Chaos garantiert schnell wieder ausbreiten.

Jeder, der schon mal ausgemistet hat, weiß, was jetzt passiert. Oft sind Erinnerungen mit unseren Dingen verknüpft, gute und schlechte. „Weißt du noch? Diese Tasse hat den Sprung, als sie dir zu Weihnachten aus der Hand gerutscht ist, und der Kaffee sich über Tante Lisas Kleid verteilt hat.“

 

Die 3 Haufen-Technik

Unsere Entscheidungskraft wird jetzt gebraucht: Will ich das behalten oder kann es weg? Das fällt dir schwer? Dann nutze die 3-Haufen-Technik. Bei manchen Dingen ist es eindeutig, du willst den Gegenstand behalten. Also, Haufen 1.
Bei anderen Sachen ist es wahrscheinlich ebenso klar, sie sollen gehen – Haufen 2. Doch was ist in den Fällen, wo du dich nicht entscheiden kannst? Lege die Dinge auf Haufen 3 und lass die Situation zunächst mal offen, bis alles andere geklärt ist. Mit dieser Methode kannst du dich durch die unterschiedlichsten Ansammlungen von Gegenständen arbeiten, immer nach dem gleichen Prinzip: Behalten, Weggeben und später Entscheiden.

 

Die Zeit der Entscheidung

Am Ende liegen drei Stapel vor dir. Du weißt, was jetzt zu tun ist? Starte mit Nr. 3, den Sachen, wo du dich noch nicht entscheiden konntest. Prüfe, ob du sie wirklich noch brauchst oder willst und dann lege sie auf Stapel 1 oder 2. Du bist dann fertig, wenn nur noch zwei Haufen vor dir liegen. Und schiebe diese Entscheidungen nicht noch mal auf. Verabschiede dich lieber von einem Teil zu viel als einem zu wenig. Es geht schließlich darum, deine Wohnung „klarer“ und dein Herz leichter zu machen.

 

Loslassen – auf die richtige Art

Was du nicht mehr brauchst, ist in der Regel ja nicht schlecht oder kaputt; es  passt nur einfach nicht mehr in dein Leben. Die unglücklichste Lösung für die ausrangierten Dinge ist der Mülleimer. Viel verantwortungsbewusster und umweltverträglicher ist es, solche Sachen zu spenden, zu verschenken oder zu verkaufen. Informiere dich über Kleiderkammern für Bedürftige, Sammlungen für konkrete Hilfsprojekte oder andere caritative Vorhaben in deinem Umfeld. Verschenke an Freundinnen oder in deiner Familie. Wir selbst haben eine genial einfache Idee aus der Nachbarschaft übernommen, als das Haus der Schwiegereltern aufgelöst wurde: Nach und nach landeten die Sachen auf einem Mäuerchen vor unserem Haus – zum Mitnehmen. Immer wieder haben wir gestaunt und uns gefreut, dass auch die absonderlichsten Schätzchen einen Abnehmer fanden. Und wir wurden belohnt mit dem wunderbaren Gefühl, jemand mit dem alten Zeug auch noch eine Freude gemacht zu haben. Weiterverwenden lohnt sich also aus ökologischen und emotionalen Gründen.

 

Der letzte Schritt – den richtigen Platz finden

Hättest du gedacht, dass Haufen 1 jetzt so „übersichtlich“ geworden ist? Jetzt brauchst du nur noch die Sachen an die Stellen sortieren, wo sie wirklich benutzt werden: Zeitschriften an die Leseecke, Handtücher in Bad oder Schrank, Kochutensilien in die Küche etc. Sollte es jetzt immer noch mehr Dinge als Stauraum geben, brauchst du vielleicht tatsächlich neue Regale, Schränke oder Aufbewahrungskörbe. Oder du reduzierst noch weiter…

 

Genieße den neuen Zustand

Herzlichen Glückwunsch, wenn du bis hierhin gekommen bist! Dann gibt es keine „Rumpelsecken“ und Altlasten in deinen Räumen mehr. Die Dinge haben ihren Platz und du findest das gewünschte Teil mit einem Griff. Putzen und Staubsaugen sind leichter, weil du nicht mehr um die Sachen herumräumen musst. Alles ist übersichtlicher, freundlicher, einladender. Du fürchtest, dass dieser Zustand nicht bleibt. Eigentlich ist es ganz einfach: Bevor du Neues kaufst, frage dich, wo es seinen Platz finden kann. Findest du keinen, überlege lieber zweimal, ob du es wirklich erstehst. Und gewöhne dir zu Hause an, nach Gebrauch alles sofort wieder an seinen Platz zurückzulegen. Mach das zu einer Gewohnheit, so wie Zähne putzen.

 

Und jetzt lobe dich selbst für deine Konsequenz und deine Willensstärke und genieße den neuen, leichten Zustand. Viel Freude in deinem geordneten Zuhause. 

 

Wenn du jetzt doch neuen Stauraum brauchst und nicht weißt, wo du den findest, nutze das kostenlose Gespräch (30 Min.) mit mir.

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